Warum, geliebtes Veilchen

Christian Felix Weiße

Warum, geliebtes Veilchen,
blühst Du so entfernt im Thal?
Versteckst dich unter Blätter,
fliehst der stolzen Blumenzahl.

Und doch voll Liebreiz duftest du,
Sobald man dich nur pflückt,
Uns süßre Wohlgerüche zu,
Als manche, die sich schmückt.

Du bist der Demuth Ebenbild,
Die in der Stille wohnt,
Und den, der ihr Verdienst enthüllt,
Mit frommen Dank belohnt.

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